Paris Jackson, die Tochter des verstorbenen King of Pop, wuchs in abgeschiedenen Verhältnissen auf, trug Masken, war von Paparazzi umgeben und genoss eine theatralischere Erziehung als üblich. Doch seitdem ist sie mit unglaublicher Selbstständigkeit und Erfindungsreichtum aus dem großen Schatten ihres Vaters herausgetreten. Ihr Vermögen, das derzeit auf über 150 Millionen Dollar geschätzt wird, ist nicht bloß ein Vermächtnis; es ist vielmehr das Ergebnis wohlüberlegter Entscheidungen, kreativen Ausdrucks und einer öffentlichen Persönlichkeit, die bewusst zwischen Androgynität, Zerbrechlichkeit und Ungehorsam schwankt.

Paris Jacksons
Paris Jacksons

Paris und ihre Brüder Prince und Blanket (jetzt Bigi) sind seit Michael Jacksons Tod im Jahr 2009 die Haupterbberechtigten seines Nachlasses. In seinem Testament heißt es, dass 40 % an seine Kinder gehen, 40 % an Katherine, Michaels Mutter – mit der Maßgabe, dass ihr Anteil nach ihrem Tod ebenfalls an die Kinder geht – und 20 % für wohltätige Zwecke. Allein diese Struktur garantiert Paris langfristig einen Anteil von 26,7 % am Vermögen, und dieser Anteil wächst weiter.

Paris Jackson – Steckbrief

MerkmalInformation
NameParis-Michael Katherine Jackson
Geburtsdatum3. April 1998
BerufMusikerin, Schauspielerin, Model
Geschätztes Vermögen150 Millionen US-Dollar
Bekannt alsTochter von Michael Jackson, Sängerin, Model
MusikdebütBand „The Soundflowers“ (2018), Soloalbum „Wilted“ (2020)
ModelkarriereVertrag mit IMG Models, Kampagnen u. a. für Calvin Klein und Gap
Aktiv seit2010er Jahre
Prominente VerbindungTochter von Michael Jackson, Enkelin von Katherine Jackson
QuelleCelebrityNetWorth

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Noch beeindruckender ist die Entwicklung des Nachlasses nach 2009. Damals war der Nachlass mit rund 500 Millionen Dollar verschuldet, doch unter der Leitung der Nachlassverwalter John Branca und John McClaine war eine außerordentliche Sanierung geplant. Der Wert der Anteile stieg durch den Verkauf von Musikrechten, beispielsweise an Sony/ATV im Jahr 2016 für 750 Millionen Dollar und von Anteilen an Mijac Music im Jahr 2024 für 600 Millionen Dollar, dramatisch an. Nach Abzug aller Kosten erhielten die Erben im Jahr 2024 einen anteiligen Gewinn von geschätzten 200 Millionen Dollar, also rund 67 Millionen Dollar für Paris und ihre Brüder.

Paris selbst reichte 2025 Klage gegen die Nachlassverwalter ein, was zeigt, dass diese Summen mehr als nur Spekulation sind. Dokumenten zufolge hat sie seit dem Tod ihres Vaters bereits mehr als 65 Millionen Dollar aus dessen Nachlass erhalten, darunter verwaltete Fonds, Dividenden und Wohnkosten. Diese Statistik bietet einen faszinierenden Einblick in die Vermögensverwaltung eines Popkultur-Erbes, das nicht nur Einnahmen generiert, sondern sich ständig erweitert.

Paris entwickelte schon vor langer Zeit ihre eigenen Markenprinzipien. Während ihrer Arbeit als Model für IMG posierte sie auf den Titelseiten von Zeitschriften wie Vogue, Rolling Stone und Harper’s Bazaar. Ihre bewusst ungeschliffenen, ja traurigen Bilder heben sich stilistisch vom Hochglanz-Uniformismus der Branche ab. Ihre Stärke ist ihre Authentizität. In Anzeigen wie denen für Calvin Klein und Gap wird sie als mehr als nur ein Gesicht dargestellt; vielmehr dient sie als narrativer Faden, der Genderdiskurs, zeitgenössische Jugendkultur und Vintage-Ästhetik verbindet. Ihre Modelkarriere erscheint dadurch besonders durchdacht und gut positioniert.

Seit 2018 widmet sie sich auch einer ernsthaften musikalischen Stimme. Zunächst mit dem Independent-Duo „The Soundflowers“ veröffentlichten sie Soloalben wie „Wilted“ und die EP „The Lost“. Ihre „bemerkenswert angenehme Gesangsstimme“ wurde von Rolling Stone- und NME-Kritikern gelobt, die auch die emotionale Tiefe der Texte schätzten. Ihre Single „Just You“ aus dem Jahr 2022 signalisierte einen Stilwechsel vom Grunge-Rock zum sanften Indie. 2023 setzte sie diese mutige Neuorientierung mit „Bandaid“ fort. Dadurch konnte sie sich insbesondere bei Boston Calling und anderen Festivals als echte Musikerin etablieren.

Die Kombination aus passivem Reichtum durch Erbschaft und aktivem Wohlstand durch Selbstermächtigung macht Paris Jacksons Vermögen so faszinierend. Ihr ist es gelungen, Reichtum in Bedeutung zu verwandeln; sie wurde nicht einfach reich geboren. Dies gelang ihr in einer Zeit, in der viele „Celebrity Kids“ scheitern, entweder aufgrund ihrer eigenen Unzulänglichkeiten oder der anhaltenden Aufmerksamkeit. Im Gegensatz dazu wirkt Paris trotz sporadischer Kontroversen introspektiv, gelassen und unerwartet unabhängig.

Auch ihre Haltung zu sozialen Problemen spiegelt ihre Unabhängigkeit wider. Sie nutzt ihre Plattform, um auf soziale Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen und ist seit 2017 Botschafterin der Elizabeth Taylor AIDS Foundation. Damit präsentiert sie sich als Stimme der progressiven, aktivistischen Popkultur und führt gleichzeitig die karitative Tradition ihres Vaters fort.

Die Vorstellung, sie könnte die nächste „Queen of Pop“ werden, mag übertrieben erscheinen, doch ihre musikalische Entwicklung zeigt zumindest, dass sie sich nicht scheut, mutige künstlerische Projekte zu verfolgen. Darüber hinaus ist ihr multimedialer Ansatz nicht nur sehr modern, sondern auch äußerst gewinnbringend in einem Bereich, der nach mehr unterschiedlichen Persönlichkeiten verlangt.