Sie ist die größte deutsche Tennisspielerin aller Zeiten, er der charismatische Rebell aus Las Vegas: Steffi Graf und Andre Agassi bilden seit fast einem Vierteljahrhundert eines der beständigsten Promi-Paare des Sports. Anlässlich der Free-TV-Premiere des Films „Perfect Match – Die Steffi & Andre Story" auf VOX schauen wir auf die echte Liebesgeschichte hinter der Verfilmung: Wie fanden die beiden zueinander? Warum verpassten sie sich so lange? Und wie wurde aus zwei Tennis-Ikonen ein Paar fürs Leben?

Zwei Tennis-Ikonen, die lange aneinander vorbeigingen

Bevor von Liebe die Rede sein konnte, schrieben beide getrennt Sportgeschichte. Steffi Graf gewann 22 Grand-Slam-Einzeltitel und schaffte 1988 als bislang einzige Spielerin den Golden Slam: alle vier Grand-Slam-Turniere und olympisches Gold in einem einzigen Jahr. Andre Agassi, der Mann mit der gegelten Mähne und dem grellen Outfit der frühen 90er, holte acht Grand-Slam-Titel und zählt zu den wenigen Spielern, die bei allen vier Grand-Slam-Turnieren triumphierten.

Zusammen kommen die beiden auf 30 Grand-Slam-Einzeltitel, eine außergewöhnliche gemeinsame Bilanz. Doch dass aus zwei der erfolgreichsten Karrieren des Sports eine gemeinsame Geschichte werden würde, war lange alles andere als ausgemacht.

Wie sich Steffi Graf und Andre Agassi kennenlernten

Die Faszination begann einseitig, und sie begann früh. In seiner viel gelobten Autobiografie „Open" beschreibt Agassi, dass er für Steffi Graf schwärmte, seit er sie in einem französischen Fernsehinterview gesehen hatte. Beim Champions-Dinner von Wimbledon 1992, so erzählt es tennisnet, sprach er sie schließlich an.

Ein erster Annäherungsversuch verlief ernüchternd: Nach einem gemeinsamen Trainingsspielchen, das Coach Brad Gilbert eingefädelt hatte, schickte Agassi Blumen und lud zum Abendessen ein. Graf lehnte ab und verwies auf ihren damaligen Freund. Beide waren in jenen Jahren anderweitig gebunden; Agassi war zeitweise mit Schauspielerin Brooke Shields liiert, Graf mit dem Rennfahrer Michael Bartels. Das Timing stimmte schlicht noch nicht.

Der Beginn einer großen Liebe 1999

Den Wendepunkt brachte das Jahr 1999. Graf hatte in Paris noch einmal die French Open gewonnen und beendete kurz darauf ihre Karriere. Nach Agassis Triumph bei den French Open kam es laut tennisnet in San Diego zum ersten Date. Aus zwei Tennis-Stars, die sich jahrelang nur als Kollegen begegnet waren, wurde nun ein Paar. Anfangs hielten sie ihre Beziehung weitgehend privat.

Das öffentliche Liebes-Coming-out folgte bald darauf bei einem Boxkampf in Las Vegas, Agassis Heimatstadt. Von da an war klar: Hier hatten zwei zueinandergefunden, die einander auf Augenhöhe begegneten – im Sport wie im Leben.

Die Hochzeit in Las Vegas – ganz im Stillen

Statt einer pompösen Promi-Hochzeit wählten Graf und Agassi den denkbar privatesten Rahmen. Am 22. Oktober 2001 gaben sie sich in Las Vegas das Ja-Wort, im engsten Kreis. Wie Eurosport berichtet, waren bei der Trauung lediglich die beiden Mütter und ein Friedensrichter zugegen. Kein Medienrummel, keine Gästeliste voller Stars. Ein Stil, der das Paar bis heute prägt.

Etappe der LiebesgeschichteWann
Erstes Ansprechen (Champions-Dinner Wimbledon)1992
Erstes Date in San Diego1999
Hochzeit in Las Vegas22. Oktober 2001
Geburt von Sohn Jaden Gil26. Oktober 2001
Geburt von Tochter Jaz ElleOktober 2003
Gemeinsame Grand-Slam-Einzeltitel30 (22 + 8)

Eine Familie fernab des Rampenlichts

Das Familienglück ließ nicht lange auf sich warten, im Gegenteil. Nur vier Tage nach der Hochzeit, am 26. Oktober 2001, kam Sohn Jaden Gil zur Welt. Im Oktober 2003 folgte Tochter Jaz Elle. Die Familie lebt seither überwiegend in Las Vegas, bewusst zurückgezogen und weit entfernt vom Glamour, den man dem Paar zutrauen würde.

Bemerkenswert: Beide Kinder schlugen nicht die Profitennislaufbahn ihrer berühmten Eltern ein. Sohn Jaden wandte sich dem Baseball zu. Das passt zur leisen, bodenständigen Linie, die das Paar für seine Familie gewählt hat.

„Perfect Match“ – das TV-Märchen über das Traumpaar

Dass diese Liebesgeschichte nun ein großes TV-Publikum bewegt, ist kein Zufall. Der Film „Perfect Match – Die Steffi & Andre Story“ erzählt die Geschichte der beiden ab den frühen 90ern, als Graf längst ein Weltstar war und Agassi als junger Rebell aus Las Vegas durchstartete. Regie führte Florian Gallenberger; Steffi Graf wird von Lena Klenke verkörpert, Andre Agassi von Toby Sebastian.

Wie prisma meldet, zeigte VOX die Free-TV-Premiere am 25. Juni 2026. Der Film rückt vor allem das Menschliche in den Vordergrund: zwei Ausnahmesportler, die hinter den Titeln und Schlagzeilen einfach zueinanderfinden.

Sind Steffi Graf und Andre Agassi noch zusammen?

Ja. Seit der Hochzeit 2001 sind die beiden ein Paar geblieben, fast ein Vierteljahrhundert, in dem ihre Ehe immer wieder als bemerkenswert beständig beschrieben wird. Andere prominente Sport-Paare mussten ihre Trennung öffentlich durchleben, man denke an die Liebesgeschichte von Bastian Schweinsteiger und Ana Ivanović. Bei Graf und Agassi blieb es dagegen auffällig ruhig.

Verknallt in Steffi Graf, so beschreibt es Agassi in seiner Autobiografie „Open“, sei er schon lange vor dem ersten gemeinsamen Date gewesen.

Auffällig ist vor allem, wie konsequent das Paar sein Familienleben aus der Öffentlichkeit heraushält. Wer weitere Promi-Paare mag, die ihren eigenen Weg gefunden haben, findet sie auch in der Liebesgeschichte von George und Amal Clooney oder in der Geschichte von Semino Rossi und seiner Frau Gabi.

„Perfect Match“ heißt der Film. Aus zwei großen Einzelkarrieren wurde eine Ehe, die seit über 20 Jahren Bestand hat.

Quellen: Eurosport, tennis MAGAZIN, tennisnet, prisma.