Anthony Perkins wirkte während der Dreharbeiten zu „Psycho IV: The Beginning“ im Jahr 1990 körperlich angeschlagen. Obwohl offiziell eine Gesichtslähmung diagnostiziert wurde, gab es sofort Spekulationen über eine ernstere Erkrankung. Die Boulevardpresse spekulierte offen über eine mögliche HIV-Infektion, insbesondere der National Enquirer verbreitete eine ähnliche Behauptung. Seine Frau Berry Berenson erklärte daraufhin, er sei lediglich auf Gesichtslähmung getestet worden. Es scheint jedoch, als sei ein Laborbericht an die Medien durchgesickert, was Perkins zusätzlich unter Druck gesetzt hätte.

Perkins zog sich in den folgenden Jahren mit unerwarteter Diskretion aus der Öffentlichkeit zurück. Über zwei Jahre lang ließ er sich unter falschem Namen in Kliniken behandeln. Seine Familie ließ er während dieser Zeit regelmäßig testen, doch er selbst blieb stumm. Ein innerer Konflikt zwischen Privatsphäre und Berühmtheit prägte diese Phase. Erst kurz vor seinem Tod gab er seine AIDS-Diagnose bekannt, zusammen mit einer Abschiedsbotschaft, die sein tiefes Einfühlungsvermögen und seine Selbstbeherrschung bewies.
Anthony Perkins – Persönliche und berufliche Eckdaten
| Kategorie | Information |
|---|---|
| Name | Anthony Perkins |
| Geburtsdatum | 4. April 1932, New York City, USA |
| Todesdatum | 12. September 1992, Los Angeles, Kalifornien, USA |
| Todesursache | AIDS-bedingte Lungenentzündung |
| Alter bei Tod | 60 Jahre |
| Beruf | Schauspieler |
| Ehepartner | Berry Berenson (verh. 1973–1992) |
| Kinder | Oz Perkins, Elvis Perkins |
| Bekannte Rolle | Norman Bates in „Psycho“ |
| Letzter Film | „In the Deep Woods“ (NBC, ausgestrahlt nach seinem Tod) |
| Quelle |
Er sagte: „Ich habe mich entschieden, meine Krankheit nicht öffentlich zu machen, weil ich – um Casablanca falsch zu zitieren – nicht besonders gut darin bin, edel zu sein.“ Diese Aussagen zeugen von tiefer Resignation, aber auch von einer überraschend klaren Vorstellung vom Zusammenhang zwischen öffentlichem Leben und persönlicher Integrität. Er sagte: „Ich habe durch diese Reise mit AIDS mehr über Liebe, Selbstlosigkeit und menschliches Verständnis gelernt, als ich je in der rücksichtslosen, wettbewerbsorientierten Branche, in der ich mein Leben verbracht habe, erlebt habe.“
Diese Ehrlichkeit ist wirklich beeindruckend. Das Thema AIDS war Anfang der 1990er Jahre mit gesellschaftlicher Stigmatisierung verbunden. Obwohl Anthony Perkins sich dem Ende seines Lebens näherte, war sein Mut, seine Diagnose zu teilen, ein stilles Bekenntnis – ein Zeichen von Taktgefühl statt Angst. Damit ist er der jüngste in einer langen Reihe namhafter Persönlichkeiten wie Freddie Mercury und Rock Hudson, die durch ihren Kontakt mit AIDS gesellschaftlichen Wandel angestoßen haben. Mercury hatte eine bedeutende Stellung in der Musikindustrie, und Hudson galt als Hollywoods erstes Opfer, doch Perkins‘ Beitrag war zurückhaltender, fast stumm.
Perkins‘ schauspielerische Bandbreite macht ihn so einzigartig. In seiner Jugend wurde er für „Freundliche Überredung“ für einen Oscar nominiert und gewann einen Golden Globe. In den 1950er-Jahren spielte er an der Seite von Sophia Loren und Audrey Hepburn und wurde als romantischer Filmstar gefeiert. Weltweit berühmt wurde er jedoch erst durch seine Darstellung des Norman Bates in Hitchcocks „Psycho“. Diese dramatische, verstörende und menschliche Darstellung wurde zu einem legendären Wendepunkt in der Filmgeschichte.
Die Rolle führte jedoch zu einer verletzenden Karikatur, die ihn als psychisch gestörte Figur charakterisierte. Die Schatten der Figur des Norman Bates blieben trotz seiner zahlreichen Versuche, sich durch europäische Projekte oder Theaterauftritte zu befreien, bestehen. Seine Hartnäckigkeit zeigt sich darin, dass er einen anständigen Weg zurück nach Hollywood fand. Er inszenierte „Psycho III“, wirkte an weiteren „Psycho“-Fortsetzungen mit und hatte einen respektablen Cameo-Auftritt in „Psycho IV“.
Sein Privatleben war komplex und abwechslungsreich. Perkins hatte vor ihrer Heirat mit Berry Berenson feste Beziehungen mit Persönlichkeiten wie dem Schauspieler Tab Hunter und dem Choreografen Grover Dale. In einer Zeit, in der Homosexualität in Hollywood geheim gehalten werden musste, entschied sich Perkins für Besonnenheit. Diese Besonnenheit war eine kalkulierte Reaktion auf die einengenden gesellschaftlichen Normen seiner Branche, kein Zeichen innerer Ablehnung.
Sein Tod verlieh der Diskussion über AIDS eine neue Dimension. Er stellte klar, dass die Krankheit keinen Unterschied zwischen Berühmtheit und Anonymität, zwischen Macht und Zerbrechlichkeit macht. Anthony Perkins demonstrierte dieses Verständnis, indem er trotz seiner Krankheit ein ehrenhaftes Leben führte, anstatt lautstark Appelle zu richten. Seine letzten Worte waren eher ein Appell um Verständnis als eine Anklage.