Anja Windl gehört zu den bekanntesten Gesichtern der Klimabewegung in Österreich. Die gebürtige Niederbayerin sorgt seit Jahren für Schlagzeilen, mal wegen ihrer Straßenblockaden, mal wegen des drohenden Aufenthaltsverbots. Doch wer sind eigentlich die Menschen, die sie großgezogen haben? Die Eltern von Anja Windl stammen aus einem kleinen Dorf in Niederbayern und wählen die CSU.

Ihre Tochter klebt sich auf Autobahnen fest. Wie passt das zusammen? In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf Anja Windls Herkunft, ihre Familie und den Weg, der sie vom Bauernhof zur Klimaaktivistin führte. Wir beleuchten ihre Karriere, ihr Privatleben und auch die Frage, wie viel eine Aktivistin eigentlich verdient, die bewusst auf Besitz verzichtet.

Wer ist Anja Windl?

Anja Windl wurde 1997 in Niederbayern geboren und wuchs in Weichs auf, einem Ortsteil der Gemeinde Laberweinting. Sie ist eine von sechs Kindern. Nach dem Abitur zog es sie 2017 nach Österreich, wo sie an der Universität Klagenfurt Psychologie studierte. Heute lebt sie in Graz.

EigenschaftDetails
Vollständiger NameAnja Windl
Geburtsjahr1997
GeburtsortNiederbayern, Deutschland
NationalitätDeutsch
WohnortGraz, Österreich
BerufKlimaaktivistin, Psychologiestudentin
Bekannt durchLetzte Generation, Straßenblockaden

Bekannt wurde Anja Windl vor allem durch ihre Mitgliedschaft bei der Letzten Generation, einer Gruppe von Klimaaktivisten, die durch zivilen Ungehorsam auf die Klimakrise aufmerksam machen will. Die Boulevardpresse verpasste ihr den Spitznamen „Klima-Shakira“, eine Bezeichnung, die sie selbst als sexistisch ablehnt. Windl hat sich nach eigener Aussage etwa zwanzigmal auf Straßen festgeklebt, in Wien, Graz und Innsbruck. Sie wurde mehrfach verhaftet und saß 2024 sogar 42 Tage in Haft.

Die Karriere von Anja Windl als Klimaaktivistin

Der Weg von Anja Windl zur Klimaaktivistin begann nicht erst mit der Letzten Generation. Schon als Zehnjährige entschied sie sich, Vegetarierin zu werden. Später wurde sie Veganerin. Diese frühen Entscheidungen zeigten bereits ihre Bereitschaft, gegen den Strom zu schwimmen.

Von Fridays for Future zur Letzten Generation

Bevor sie bei der Letzten Generation aktiv wurde, engagierte sich Windl bei Fridays for Future. Die internationale Jugendbewegung, die durch Greta Thunberg bekannt wurde, war für viele junge Aktivisten der Einstieg. Für Anja Windl reichte das irgendwann nicht mehr. Im Oktober 2022 schloss sie sich der Letzten Generation an und beteiligte sich bis August 2024 an deren Aktionen.

Aufsehenerregende Protestaktionen

Ihre Aktionen sorgten regelmäßig für mediale Aufmerksamkeit. Im August 2023 klebte sie sich gemeinsam mit anderen Aktivisten auf der Nibelungenbrücke fest, die zur BMW-Fabrik in Regensburg führt. Im November 2023 wurde sie in Wien verhaftet und in die Justizanstalt Wien-Josefstadt gebracht. Die Staatsanwaltschaft warf ihr schwere Sachbeschädigung vor, weil sie sich bei Protesten in die Fahrbahn einbetoniert hatte.

Gerichtsverfahren und Strafen

Die Liste der Verfahren gegen Anja Windl ist lang. Im März 2024 verurteilte sie das Amtsgericht München zu einer Geldstrafe von 600 Euro. Im Juni 2024 verbüßte sie eine 42-tägige Haftstrafe in Österreich. Im Mai 2025 verhängte das Landgericht Stuttgart eine Geldstrafe von 5.400 Euro, weil sie im August 2024 am Stuttgarter Flughafen ein Loch in den Zaun geschnitten und sich auf der Rollbahn festgeklebt hatte.

Aufenthaltsverbot in Österreich

Im April 2025 erteilte das österreichische Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) der deutschen Staatsbürgerin ein zweijähriges Aufenthaltsverbot. Die Behörde begründete dies mit einer „massiv querulatorischen Neigung“ und Störungen der öffentlichen Ordnung. Windl legte Beschwerde ein. Am 3. Dezember 2025 fand die Verhandlung am Bundesverwaltungsgericht in Graz statt. Das Urteil wird schriftlich zugestellt, der Ausgang ist noch offen.

Anja Windls Familie und Eltern: Ein Leben zwischen CSU-Stammtisch und Klimaprotest

Die Geschichte von Anja Windl lässt sich ohne ihre Herkunft nicht verstehen. Die Eltern von Anja Windl stammen aus Weichs, einem niederbayerischen Dorf mit traditionellen Werten. Ihr Vater wird als „eingefleischter CSU-Wähler“ beschrieben, einer, der am Stammtisch wohl mitrufen würde, dass Klimakleber eingesperrt gehören. Jedenfalls solange es nicht um die eigene Tochter geht.

Traditionelle Erziehung, rebellische Tochter

Die Eltern führten Anja in die Welt der Landwirtschaft ein. Sie ermöglichten ihr eine stabile Erziehung, geprägt von traditionellen Werten. Doch Anja stellte diese Werte früh in Frage. Schon als Kind wurde sie als das „schwarze Schaf“ der Familie bezeichnet, ein Etikett, das sie nach eigener Aussage bis heute stolz trägt.

Die Mutter und der Dorfkrämer

In Interviews hat Anja Windl offen über die Reaktionen ihrer Familie gesprochen. Besonders anschaulich ist eine Anekdote über ihre Mutter: „Meine Mutti sagt immer, wenn irgendein Artikel in der ‚Bild‘ rauskommt, dann traut sie sich eine Woche nicht mehr zum Dorfkrämer einkaufen gehen.“ Diese Bemerkung zeigt, wie sehr die Aktivitäten der Tochter auch das Leben der Eltern beeinflussen. In einem kleinen Dorf, wo jeder jeden kennt, bleibt nichts unbemerkt.

Geschwister zwischen Stolz und Skepsis

Anja Windl hat fünf Geschwister. Die Reaktionen auf ihren Aktivismus fallen unterschiedlich aus. Ein Teil der Geschwister sei stolz auf sie, berichtet sie. Unterstützung bekomme sie durchaus aus den familiären Reihen. Doch die politischen Lager klaffen weit auseinander. Nicht alle in der Familie können nachvollziehen, warum sie sich auf Straßen festklebt und Blockaden organisiert.

Der Einfluss der Eltern auf ihren Weg

Auch wenn die Eltern von Anja Windl politisch anders denken, haben sie ihre Tochter offenbar nicht verstoßen. Die Familie hält zusammen, trotz aller Differenzen. In gewisser Weise hat gerade der Kontrast zwischen dem konservativen Elternhaus und Anjas eigenem Weltbild sie geprägt. Sie lernte früh, für ihre Überzeugungen einzustehen, auch wenn sie damit aneckte.

Das Vermögen von Anja Windl und ihr Lebensstil

Bei Anja Windl von Vermögen zu sprechen, führt schnell in die Irre. Die Aktivistin lebt nach eigenen Angaben am Existenzminimum. Sie besitzt außer einem Handy und einem Laptop keine Wertgegenstände. Aufgrund der vielen Geldstrafen, die gegen sie verhängt wurden, wird sie vermutlich ihr ganzes Leben lang in „Pfändungsbereitschaft“ bleiben müssen. Das bedeutet: Selbst wenn sie irgendwann Geld verdienen sollte, würden Gläubiger darauf zugreifen können.

Bewusster Verzicht auf materiellen Besitz

Für Anja Windl ist dieser Lebensstil kein Unglück, sondern eine bewusste Entscheidung. Sie sieht ihren Aktivismus als wichtiger an als materielle Sicherheit. Ob man das als bewundernswert oder naiv betrachtet, hängt vom eigenen Standpunkt ab. Fest steht: Sie lebt ihre Überzeugungen konsequent.

Hobbys und Interessen

Über klassische Hobbys ist wenig bekannt. Ihr Leben dreht sich um den Klimaaktivismus, das Studium und die juristische Verteidigung gegen die zahlreichen Verfahren. Medienauftritte gehören ebenfalls zu ihrem Alltag. Im Juli 2025 verließ sie während einer Live-Sendung von „Talk im Hangar-7″ auf ServusTV das Studio nach einer hitzigen Debatte mit anderen Gästen.

Fazit: Anja Windl und ihre Eltern, ein Generationenkonflikt

Anja Windl polarisiert. Für die einen ist sie eine mutige Kämpferin für den Klimaschutz, für die anderen eine Störerin der öffentlichen Ordnung. Ihre Geschichte zeigt, wie unterschiedlich die Wege innerhalb einer Familie verlaufen können. Die Eltern von Anja Windl, konservativ, ländlich, CSU-nah, haben eine Tochter großgezogen, die zum Gesicht einer radikalen Klimabewegung wurde.

Ob das Bundesverwaltungsgericht sie aus Österreich ausweist, bleibt abzuwarten. Ihre Familie in Niederbayern wird sie wohl so oder so nicht los. Und vielleicht ist gerade dieser Zusammenhalt, trotz aller Differenzen, das Bemerkenswerteste an ihrer Geschichte.